Angedacht

Danke!

Die großen Partys sind in diesem verrücktem Jahr alle abgesagt. Doch dieses Fest findet vielerorts statt, trotz allem: das Erntedankfest. Vielleicht etwas anders als sonst, doch ausfallen wird das Fest nicht, Corona hin oder her. Denn auch in diesem Jahr haben wir trotz Trockenheit und manch anderer Schwierigkeit viel mehr als genug zu essen. Wenn man das Fernsehen einschaltet, sieht man eine Kochshow nach der anderen. Und in der nächsten Sendung wird dann wieder gejammert, wie groß die Not sei. Ja, es gibt viel Not in unserer Welt und auch in unserem Land gibt es viele Probleme. Doch gejammert wird meist auf hohem Niveau. Ans Danken wird kaum gedacht. Einmal, weil die Adresse vielen unbekannt ist. Und zum anderen, weil man angesichts der echten oder gefühlten Probleme zu beschäftigt ist. So ist es oft, aber so muss es nicht bleiben. An jedem neuen Tag können wir uns entscheiden, was für ein Lied wir anstimmen möchten - ein Dankelied oder ein Klagelied. Ein Engländer sagte einmal, die ersten Worte, die er in deutsch gelernt habe, seien «Ja aber»gewesen. „Mir geht es eigentlich ganz gut, aber....“. Diese eingeschliffene Lebenshaltung der Undankbarkeit ist wie eine eingefahrene Spur. Wie kommt man da raus? „Danken schützt vor Wanken, Loben zieht nach oben“ sagt ein altes Sprichwort und so ist es. Es gibt genug Grund zum Danken, trotz allem, was in diesem Jahr geschehen ist. Unser Wohlstand und vieles andere ist weltweit gesehen alles andere als selbstverständlich.Und wir feiern 30 Jahre Wiedervereinigung unseres Landes! Wer hätte sich das 1988 träumen lassen? Wenn man in diesen Tagen so manchen Beitrag in den Medien dazu hört oder sieht, bekommt man den Eindruck, das dies sehr schlimm gewesen sein muss. Man könnte manchmal denken, die alten SED - Journalisten seien wieder am Werk. Viele haben schon so viel vergessen, wie es mal. Doch keiner ist verpflichtet, in die Klagelieder der Undankbarkeit mit einzustimmen. Sondern wir können mit den Liedermachern der Psalmen 145 und 146 beten: Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin. Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Ich will dir, Gott, täglich aufs Neue danken, will dich loben zu aller Zeit!

...

Ralf Gotter
Vorsitzender
Telefon: 03762 / 4 21 96
Enable JavaScript to view protected content.