Angedacht

Johannistag

„Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“. Nein, bei diesem Satz aus der Bibel geht es nicht um das beste Bodymaß oder das ideale Gewicht. Sondern diese Worte sagte einer, der mit seinem Leben die Maßstäbe dieser Welt auf den Kopf gestellt hat. Johannes der Täufer war sein Name. Er war Sohn eines jüdischen Priesters und lebte vor rund 2000 Jahren in Israel. „Er“- damit meinte er Jesus, für den er der Wegbereiter war. Er rief die Menschen zur Buße auf. Buße heißt: Gott und Menschen um Vergebung bitten, wo ich versagt habe. Von falschen Wegen umkehren und neue einschlagen. Umkehren zu Gott, der schon lange auf mich wartet. Der sowjetische Schriftsteller Alexander Solschenizyn hatte es zu seiner Zeit so formuliert: „Die Menschen haben Gott vergessen, und das ist der Grund für die Probleme des 20. Jahrhunderts. Wir werden keine Lösungen finden ohne die Umkehr des Menschen zum Schöpfer aller Dinge“. So ist es bis heute. Johannes der Täufer war zu seiner Zeit bekannt im ganzen Land und doch hatte er keinen Promi-Status. Im Gegenteil, er pflegte laut Bibel einen ziemlich alternativen und bescheidenen Lebensstil. Sein Predigtort war nicht der Tempel in Jerusalem, sondern die judäische Wüste. Doch interessanterweise strömten die Menschen immer wieder dorthin, um ihn zu hören. Viele ließen sich von ihm taufen als Zeichen dafür, dass sie ihr Leben ändern und wieder neu mit Gott leben wollten. Die Kirchenväter haben den Gedenktag für Johannes auf den 24. Juni gelegt, genau ein halbes Jahr vor Weihnachten, den Geburtstag von Jesus. Die wieder kürzer werdenden Tage erinnern an das Lebensmotto von Johannes und an seine Botschaft, die heute noch genauso aktuell ist wie damals.

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Ralf Gotter
Vorsitzender
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